Präsent und Hilfe für LKW-Fahrer
300 kleine Geschenke haben Freiwillige an LKW-Fahrer entlang der A5 verteilt. Die ökumenische Aktion „Lenkpause im Advent“ soll auch dafür sorgen, dass die Fernfahrer ihre Rechte kennenlernen.Ortenau (red/aah). 300 kleine Geschenke verteilten Freiwillige auch in diesem Dezember an LKW-Fahrer an Raststätten in der Ortenau entlang der A5. Organisiert wurde die Aktion „Lenkpause im Advent“ von der Betriebsseelsorge (BSS) der katholischen Erzdiözese Freiburg und dem kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Landeskirche Baden (KDA), wie es in einer Mitteilung heißt. Überreicht wurde den LKW-Fahrern neben Schokolade, Grußkarte und Schutzengel-Schlüsselanhänger auch eine mehrsprachige Info-Broschüre von der Beratungsstelle für Fernfahrer.
Hintergrund dessen sei, dass die meisten überregionalen Transporte in Deutschland mittlerweile von Fahrern aus Osteuropa übernommen würden. Ihre Arbeitsbedingungen seien oft weit entfernt von den deutschen gesetzlichen Vorgaben. „Das große Problem ist dabei, dass viele Fahrer nicht darüber informiert werden, welche Regelungen in Deutschland gelten“, wird Thomas Dinger von der BSS Baden-Baden / Karlsruhe zitiert. „Und da sie meist kaum Deutsch oder Englisch sprechen und ihre Freizeit auf einsamen Rastplätzen verbringen, haben sie wenig Chancen, sich die richtigen Informationen zu besorgen.“
Das überall übliche Lohndumping bei vielen ausländischen Unternehmen sei eine der negativen Folgen aus diesem Umstand. Für deutsche Speditionen, die nach den gesetzlichen Vorgaben bezahlen, sei das ebenfalls ein Problem. Sie könnten oft keine guten Konditionen aushandeln, da ausländische Speditionen billiger sind. Andreas Bordne, evangelischer Stadtpfarrer aus Kehl, der ebenfalls an der LKW-Aktion beteiligt war, habe vor Ort festgestellt: “Wie hart die Arbeitsbedingungen für die Fernfahrer sind, ist für alle an den täglich überfüllten Parkplätzen der Autobahnen zu erkennen.“ Viele Fernfahrer hätten geschildert, dass die Parksituation in Deutschland mit am schlimmsten ist.
Die ökumenische Aktion hat laut Mitteilung zeitgleich auch an anderen Rastplätzen in Baden stattgefunden. Die Aktion solle vor allen Dingen ein kleines Zeichen der Wertschätzung für die LKW-Fahrer sein.
![]() |