PZ-news.de (Pforzheimer Zeitung), 12.12.2024

 

Bischöfin erteilt Absage: Keine rasche Fusion der Württembergischen und der Badischen Landeskirche

Pforzheim/Karlsruhe. Heike Springhart war Pfarrerin der Pforzheimer Johannesgemeinde und ist nun seit knapp drei Jahren Badische Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Aber gedanklich ist sie immer noch stark mit ihrem früheren Wirkungsort – der Auferstehungskirche im Rodgebiet – verbunden, wie in einem Pressegespräch mit ihr deutlich wird.

Israel-Reise geplant

Als Springhart das vergangene Jahr Revue passieren lässt, kommt ihr sogleich eine Begegnung mit Rami Suliman, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pforzheim und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, in den Sinn. Vor allem, wenn es um die Kriege im Nahen Osten geht.

Das Thema Israel und Gaza bewegt die 49-jährige Springhart besonders. Sie kündigt deshalb an: „Wenn es die Weltlage zulässt, will ich vom 29. Januar bis zum 2. Februar nach Israel und Palästina fliegen.“ Außer dem Flug sei zwar noch nichts gebucht, sie habe aber die Absicht, dort mit dem lutherischen Bischof zu sprechen und auch Bethlehem sowie das Westjordanland zu besuchen. Seit einigen Monaten habe sich kein leitender EKD-Vertreter mehr in den Nahen Osten aufgemacht.

Pfälzer Parallelen

Doch auch regionale Themen beschäftigen die Landesbischöfin. Die PZ möchte von ihr wissen, wie es gerade im Bereich Pforzheim, also an der Schnittstelle zwischen Baden und Württemberg, um die Zusammenarbeit der beiden Evangelischen Landeskirchen bestellt ist.

Springharts Überlegungen gehen aber noch viel weiter: „20 Landeskirchen wird es in zehn oder 20 Jahren nicht mehr geben.“ Einer raschen Fusion der Württembergischen und der Badischen Landeskirche erteilt sie dennoch eine Absage: „Von der Konfessionalisierung, dem Konstitutionellen und der Frömmigkeit her passen wir besser zur Pfälzischen Landeskirche. Wenn es aber um die Landespolitik geht, arbeiten wir Badener und Württemberger eng zusammen.“ Unterschiede gebe es bei den Landessynoden: „Die Württemberger haben die Urwahl, wir nicht.“

In anderen Dingen müsse man noch großräumiger denken, beispielsweise auf den Südwesten bezogen. Und: „Manches sollte die EKD machen“, fordert Heike Springhart.