„Gott ist da, auch jetzt“
Die evangelische Gemeinde Zell hat ganz offiziell wieder einen neuen Pfarrer. Martin Rathgeber wurde feierlich ins Amt eingeführt.
Zell. Freundlich, christlich und ökumenisch – so wurde Pfarrer Martin Rathgeber in die Evangelische Kirche von Zell eingeführt. In der voll besetzten Evangelischen Stadtkirche Zell übergab Dekanin Bärbel Schäfer für die Badische Landeskirche die Pfarrstelle, die zum Kooperationsraum des Hinteren und Kleinen Wiesentals gehört, an ihn. Rathgeber ist in der Region kein Unbekannter: Er hatte vor einigen Jahren die Stelle in Tegernau inne, bevor es ihn an den Hochrhein zog. Zusammen mit seiner Frau besitzt er ein Haus in Neuenweg, das die Familie mittlerweile auch bewohnt. Sein Dienstmittelpunkt ist in Zell. Dort wurde er im Gottesdienst vom Vorsitzenden der Evangelischen Kirchengemeinde, Markus Becker, begrüßt. Becker freut sich über das Ende der Vakanz und auf die gemeinsamen Aufgaben.
Der Gottesdienst begann mit dem Aufgabenhinweis für einen Hirten in Psalm 80, der als Teil der Aufgabenbeschreibung für einen Pfarrer gesehen werden kann. Dekanin Schäfer wählte als Schriftlesung Auszüge aus 1. Petrus und Römer 12 „klare Ansagen in der Bibel“, wie die Dekanin feststellte, denn dort werden die Vorgabe von Strukturen, ein guter Umgang, Friede, Freundlichkeit und Demut angemahnt. Dazu Glaubensstärke, die im letzten Satz mit „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ erbeten wird. „Alles Dinge, die Ihnen, Herr Rathgeber nahe sind, dafür steht schon ihr Name“, so der humorvolle Hinweis der Dienstvorgesetzten.
Passend zur Vorweihnachtszeit war der vorgegebene Bibeltext aus dem Lukasevangelium. Nach Auffassung des jetzt auch förmlich eingeführten Pfarrers Rathgeber ist diese Bibelstelle nicht nur besinnlich, sondern durchaus in Endzeitstimmung und mit viel „Action“ zu interpretieren. Rathgeber zog die Verbindung zur aktuellen Weltlage mit ihren Kriegen und Umweltsorgen. Auch nach der Geburt Jesu sei die Welt gekennzeichnet gewesen von Ungerechtigkeit und Verfolgung. Die Zuversicht auf ein gutes Ende mit der Wiedergeburt Jesu Christi sei damals gegeben gewesen und sei es auch heute. Der Zusatz „Gott ist da, auch jetzt“ zum Schluss der Predigt vermittelte eine hoffnungsvolle Zukunftserwartung.
Für den würdigen musikalischen Rahmen sorgten an der Orgel Rudolf Wintgens und instrumental eine Abteilung der Stadtmusik Zell. Die Musiker aus dem Stadtensemble sind allesamt katholisch, was als kleines Indiz für die Weiterführung der Ökumene in Zell betrachtet wurde. Auch auf eine gute Zusammenarbeit mit dem katholischen Seelsorger kann vertraut werden, wie aus den Worten von Pfarrer Martin Schick deutlich zu hören war. Auf die Arbeit im Kooperationsraum zusammen mit Martin Rathgeber freut sich Diakonin Claudia Krüger. Ihr Geschenk, Weihnachtsblumen mit Engel, wollte sie auch als Hinweis auf das gemeinsame Wirken verstanden wissen: Ab und zu wird ein Engel benötigt. Herzlich begrüßte Bürgermeister Peter Palme den neuen Pfarrer. „Sie sind ein Glücksfall für Zell, der zu uns passt.“
Das Gemeindeleben ist auch in der Vakanz nicht untergegangen. Dafür sorgten Kirchengemeinderat und viele im Umfeld. „Es wird aber durch Pfarrer Rathgeber weiteren Schwung geben“, da ist sich der Bürgermeister sicher. Beim anschließenden Imbiss im Gemeindesaal war noch viel Zeit für Gespräche.Wolfgang Grether