Acher-Rench-Zeitung, 03.12.2024

 

Sie schenken Sterbenden Zeit

Der Ökumenische Hospizdienst Acher-Renchtal hat sein Einsatzgebiet bis ins obere Renchtal erweitert. Auf die Sterbebegleiter wartet neben neuen Herausforderungen auch eine neue Anlaufstelle. VON MICHAELA GABRIEL

Oberkirch. Der Ökumenische Hospizdienst Acher-Renchtal hat im Zentrum für Gesundheit Oberkirch eine Zweigstelle eingerichtet. Wo früher das Café und die Aufnahme des Krankenhauses waren, gibt es jetzt einen Gruppenraum, einen Besprechungsraum und ein Büro. Eine neue hauptamtliche Koordinatorin aus Oberkirch verstärkt das Team. Für die Fahrten zu Beratungsgesprächen bei Schwerkranken und Sterbenden im ganzen Renchtal steht ein neues Dienstfahrzeug zur Verfügung.

Aufgabe des ambulanten Hospizdienstes ist es, Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten und zu unterstützen. Seitdem das Einsatzgebiet bis ins obere Renchtal erweitert wurde, haben die Koordinatoren Silke Bohnert, Judith Wiegert und Stefanie Wimmer keine ruhige Minute mehr. Die Zahl der Einsätze ist stark gestiegen. Zum 1. Mai hatte sich die Hospizgruppe Oberes Renchtal dem Hospizdienst Acher-Renchtal angeschlossen. Seit 1. Juni gibt es im neuen Büro im Zentrum für Gesundheit Oberkirch (ehemaliges Krankenhaus) donnerstags von 10 bis 12 Uhr eine offene Sprechzeit und Termine nach Vereinbarung.

„Das ist ein guter Anlaufpunkt für die Menschen aus Oberkirch und dem Renchtal“, freut sich Silke Bohnert. Ihr Wunsch ist es, die ambulante Hospizarbeit im Renchtal zu stärken und zu erweitern. Neu in ihrem Team ist Natalie Wimmer aus Zusenhofen. Die Krankenschwester mit Palliativ-Care-Weiterbildung qualifiziert sich aktuell zur Koordinatorin im Hospizdienst. Sie war zuvor ehrenamtlich als Hospizbegleiterin tätig.

Die Koordinatoren beraten in palliativpflegerischen Fragen und vermitteln Hilfsangebote. Im November stellte das Autohaus Huber aus Oberkirch den Hauptamtlichen für die Fahrten zu den Menschen im Renchtal einen Kleinwagen zur Verfügung. „Jetzt können wir die Arbeit vertiefen“, freut sich Silke Bohnert. Dazu gehört der Ausbau von Kontakten zu den Pflegeheimen im Renchtal und die Ausbildung weiterer ehrenamtlicher Hos-piz- und Trauerbegleiter.

Begleiter gesucht

Im Januar beginnt in Oberkirch ein neuer Kurs für Hospizbegleiter. „Wir haben bisher acht Anmeldungen und es sind noch Plätze frei“, sagt Bohnert. Hospizbegleiter besuchen Schwerkranke und Sterbende ohne Kosten für die Betroffenen und schenken ihnen ehrenamtlich Zeit und Aufmerksamkeit. Insgesamt hat der Hospizdienst Acher-Renchtal derzeit 70 ausgebildete Hos-piz- und Trauerbegleiter.

Zwei neue feste Gruppen für Trauernde haben gerade begonnen und laufen bis März. „Unser Gruppenraum in Oberkirch soll ein Begegnungsort für Trauernde werden“, sagt Koordinatorin Judith Wiegert. Alle zwei Monate werde man im Zentrum für Gesundheit Oberkirch samstags ein Frühstückscafé für Trauernde anbieten. Auch die Selbsthilfegruppe für Verwitwete, die bisher im Gemeindehaus St. Michael zusammenkam, wird den neuen Gruppenraum nutzen.

„Ärzte schicken Trauernde zu uns, weil es einen Mangel an Plätzen in der Psychotherapie gibt“, sagt Silke Bohnert. Es sei wichtig, Menschen in Trauer aufzufangen, die alleine sind. Mit Trauergruppen, Trauerwandern oder Trauercafés schaffe der Hospizdienst Gelegenheiten, über den Verlust zu sprechen. Doch die Ausbildung von Trauerbegleitern und ihre professionelle Begleitung wird nicht von den Krankenkassen finanziert. Hier ist der Hospizdienst dringend auf Spenden angewiesen.

Spendenkonto: Römisch-katholische Kirchengemeinde Achern, Hospizdienst (IBAN DE55 6645 0050 0000 9670 36). Als Verwendungszweck sollte das Stichwort Spende und die Adresse des Spenders für die Zusendung einer Spendenbescheinigung angegeben werden.