Gemeinschaft als wichtige Kraftquelle
Ökumenisches Frauenfrühstück: Bei der 25. Ausgabe des beliebten Formats gibt Petra Gaubitz praktische Tipps für einen entspannteren Alltag
Von Rita Weis
Oftersheim. „Kaum zu glauben: Das ökumenische Frauenfrühstück feiert in diesem Jahr bereits das 25-jährige Jubiläum!“ Mit diesem Ausruf lud die Frauengemeinschaft am Samstagmorgen zu einem leckeren Frühstück in das evangelische Gemeindehaus in Oftersheim ein. Denn das besondere Frühstück findet jedes Jahr am zweiten Samstag im November statt.
Das diesmal aus fünf Damen bestehende Frühstücksteam hatte zusammen mit mehreren Helferinnen ein reichhaltiges Büffet gerichtet. Kirchengemeinderätin und Hobbypianistin Martina Aßmann sorgte derweil für einen angenehmen musikalischen Rahmen. Petra Gaubitz, die eingeladene Referentin der Evangelischen Frauen in Baden, hielt einen kurzweiligen und motivierenden Vortrag über die „Kraftquellen in unserem Alltag“.
Zuerst begrüßte Hedwig Gutzki vom Frühstücksteam die Gäste, die danach das Lied „Herr gib uns Mut zu hören“ mit Klavierbegleitung sangen. Dann eröffnete Magda Strasser, die ebenfalls dem Team angehört, offiziell das Frühstücksbüffet.
Als alle gesättigt waren, warf die Referentin Petra Gaubitz die Frage in den Raum: „Was tut mir gut, um den Alltag zu bewältigen?“ Dann begann sie ihre Rede mit einem gestisch begleiteten Morgengruß, den alle mitmachten. Sie erzählte die Geschichte von einem Jungen, der Klavier spielen lernte und manchmal immer wieder das gleiche Stück wiederholte. Auf die Frage an seine Mutter, ob das nicht nervig sei, antwortete diese, dass er das Stück spiele, weil er daraus Kraft schöpfen könne.
Manches raubt die Kräfte, anderes tut gut
Gaubitz zählte Begriffe und Redewendungen auf, die mit dem Wort „Kraft“ verbunden sind – wie kraft eines Amtes, kraftraubend, Sehkraft, Widerstandskraft – und fragte, was einem die Kraft nehme. Sie beantwortete die Frage selbst, indem sie einige Kraftfresser oder Energieblocker aufzählte: Wunde Stellen am Körper, Süchte, Ängste, zu hochgesteckte Ziele, Stress, aber auch schlechte Nachrichten wie Kriege, die heute dauernd über die Medien verbreitet werden, und Menschen, die einem die Kraft rauben können.
Dem setzte sie ein ABC von Kraftquellen entgegen, das für jeden Menschen individuell sei. „Jeder hat Kraft in sich, sie muss nur rauskommen“, sagte sie. Dann stimmte sie ein Lied an und begleitete sich und die Mitsingenden auf ihrer Gitarre: „Du, Gott, stützt mich, du, Gott, stärkst mich, du, Gott, machst mir Mut“.
Als Nächstes zeigte sie ein auf die Wand projiziertes Bild von einem Adler. Er ist eines der aus dem Schamanismus bekannten Krafttiere und steht für Mut, Tapferkeit und Freiheit. Er sei das mächtigste Tier der Lüfte, da er keine Feinde habe. Ein Lied, ein gesungenes Gebet, diente der Bestätigung: „Die auf Gott hoffen, Schöpfer neuer Kraft, ihnen wachsen Flügel wie Adler. Sie fliegen und fliegen und werden nicht müde.“
Gaubitz ging über zu dem Thema Kraftorte – Orte, in denen man Kraft schöpfen kann. Die Bibel erzähle von solchen, sagte sie und nannte Pilgerstätten, Berge, Wüsten und Bäume. Die Kraftorte der Menschen könnten völlig verschieden sein. Wenn man nicht einfach zu seinen Kraftorten komme, dann könne man sie über seine Imagination erreichen, erklärte sie, diese solle man nicht unterschätzen. Heilende Wirkung hätten Bäume: Man habe beispielsweise festgestellt, dass Menschen, die in der Natur und in der Nähe von Bäumen leben, weniger aggressiv seien. Man könne von Bäumen lernen, nach oben streben und gleichzeitig gut verwurzelt sein – und wie jetzt im Herbst – loslassen. Dazu hatte sie ein Lied gefunden: „Festverwurzelt in der Erde, offen für die Schätze des Himmels, wie ein Baum im Gleichgewicht spür ich meine Mitte“.
Alltagsrituale und eine persönliche Mutmach-Playlist
Als weitere Mittel, Kraft zu schöpfen, gebe es die bewusste Atmung und kreatives Arbeiten, Tanzen, Schreiben, Basteln, Malen und Musik hören, empfahl sie. Als Tipp empfahl sie, eine Mutmach-Playlist anzulegen, die man dann bei Bedarf hören könne.
Kraftspender Nummer eins aber sei die menschliche Gemeinschaft, so auch die Frauengemeinschaft. „Zu allen Zeiten war es ein Grundbedürfnis von Frauen, sich zu treffen und auszutauschen. Deshalb gibt es immer noch Frauenkreise,“ sagte sie. Wieder stimmte sie ein kleines Lied an: „Einander brauchen, gemeinsam weben ein buntes Band“.
Gaubitz empfahl Alltagsrituale morgens oder abends zur Stärkung, ebenso die Erhaltung der Trotzkraft; dazu zeigte sie ein Foto von „Omas gegen Rechts“ und musste gar nicht viel dazu sagen.
Zusammen mit den Anwesenden sang sie noch zwei Lieder, dann war das Frühstück nach etwa zweieinhalb Stunden vorbei. Zum Schluss der Veranstaltung erhielt die Referentin Petra Gaubitz einen Blumenstrauß und eine Spende für die Gratia Stiftung der evangelischen Frauen in Baden.
Die nächste Ausgabe des Frauenfrühstücks ist für den 8. November 2025 geplant. Die Frauengemeinschaft wird aber schon deutlich früher wieder aktiv: Bei der Adventsfeier am Mittwoch, 18. Dezember, um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindesaal in Oftersheim.
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