Hasler Kindergarten erweitert im Keller
Der Hasler Gemeinderat entscheidet sich auch wegen der Forderung von Eltern für den Ausbau im Untergeschoss des Kindergartens. Damit ist der ebenfalls im Raum stehende Waldkindergarten vom Tisch.
HASEL Eine fast einstimmige Entscheidung war der Beschluss des Gemeinderates Hasel zur Schaffung von Plätzen zur Kinderbetreuung. Bei zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Einrichtung einer dritten Gruppe im bestehenden Kindergarten und der damit einhergehende Ausbau des Untergeschosses beschlossen. Der Waldkindergarten ist damit vom Tisch.
Auf reges Interesse stieß der Tagesordnungspunkt „Schaffung von Plätzen zur Kinderbetreuung“. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Gemeinderatssitzung teil. Bürgermeister Frank-Michael Littwin berichtete, wie schon im März und im Juni, dass der Kindergarten an die Grenzen seiner Kapazität stößt. Regulär dürfen im evangelischen Kindergarten 50 Kinder betreut werden, mit entsprechendem Personal maximal 54 Kinder. Nach aktuellem Stand wären im September 2025 14 Kinder auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz. Eine Lösung zu Beginn des Kindergartenjahres 2025/2026 muss im September 2025 in Betrieb gehen. „Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen“, sagte Bürgermeister Littwin.
Die Varianten
In den vergangenen Monaten wurden drei Varianten diskutiert: Aufbau einer dritten Gruppe im bestehenden Kindergarten, Errichtung eines Waldkindergartens und eine Containerlösung. Die Containerlösung schied früh aus, ist sie doch kostenintensiv, zeitlich begrenzt auf maximal drei Jahre und auch nur dann genehmigungsfähig, wenn zeitgleich Bauarbeiten in Angriff genommen werden. Ein Anbau an den bestehenden Kindergarten oder auch ein Neubau kommt aus Kosten- und Zeitgründen nicht in Frage, berichtete Bürgermeister Littwin. Der Ausbau des Untergeschosses zu einem dritten Gruppenraum wird von Seiten der Verwaltung als realisierbare Lösung bis zum September 2025 eingeschätzt. Die gemessene Radonbelastung im Untergeschoss unterschreitet den Grenzwert um rund ein Viertel. Unabhängig davon soll eine Belüftung eingebaut werden. Eine kurzfristige Realisierung steht auch beim Naturkindergarten ganz vorne an. Eine Inbetriebnahme zum September 2025 wäre laut der möglichen Betreiberin Sense Ability Academy auf dem gemeindeeigenen Grundstück in der Hofstraße (Spielplatz) möglich. Ein anderes geeignetes Grundstück zu finden, ist schwer.
Die Verwaltung hat die Kosten auf jeweils drei Jahre überschlagen und gegenübergestellt. Der Ausbau des Untergeschosses und der Naturkindergarten sind recht nah beieinander, je nach Förderungsgrad und Anzahl der Kinder würde der Ausbau des Untergeschosses maximal 505.000 Euro kosten, der Naturkindergarten maximal 452.200 Euro. Im September erhielten Verwaltung und Gemeinderat ein Schreiben von 13 betroffenen Eltern, die eindringlich darum baten, den Ausbau des vorhandenen Kindergartens zu bevorzugen.
Stimmen und Fragen
Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft erläutert Doris Schwind vom evangelischen Verwaltungs- und Serviceamt, dass die Kirche sich nicht an den Baukosten beteiligen, aber die Innenausstattung zu einem Großteil übernehmen werde. Kurz schlugen die Emotionen hoch. „Es muss was gehen. Das ist ja furchtbar“, regte sich eine Bürgerin auf. Die rechtlichen Vorschriften würden alles verkomplizieren. Aber dass dies nicht im Entscheidungsspielraum der Gemeinde liegt, wurde anerkannt. Die Sorge, dass der Umbau nicht rechtzeitig fertig werden würde, wurde mehrfach geäußert. Aufträge dürften aufgrund der Fördermittel erst ab April 2025 erteilt werden, berichtete Bürgermeister Littwin, was die Umbauzeit erheblich verkürze. Sollte es zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten kommen, könnte für eine Übergangszeit auch der Gemeindesaal genutzt werden. Keine einfache Koordination, da der Saal schon jetzt als Bewegungsraum und für die Schulbetreuung genutzt wird, aber mit einer Genehmigung des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales durchaus machbar.
Ausbau des Untergeschosses
Doris Schwind berichtete, dass der Vorraum im Untergeschoss um Sanitär- und Belüftungsanlagen sowie Garderobe und Teeküche ergänzt werden soll. „Die Planer sagen, dass das bis September 2025 fertig sein kann“, so Schwind. Was wahrscheinlich nicht bis dahin fertig werden wird, ist die Einhausung der Wendeltreppe, eine Art Wintergarten um die Treppe. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Innentreppe ist zu steil, als dass die Kinder diese alleine nutzen dürften. So lange die Einhausung nicht fertiggestellt ist, könnte man sich vorstellen, den Morgenkreis gemeinsam im Untergeschoss abzuhalten und dann gemeinsam nach oben zu gehen, wo das offene Konzept umgesetzt werden kann.
Die Entscheidung
Für die Gemeinderäte war die Nachhaltigkeit das Zünglein an der Waage für den Ausbau des Untergeschosses. „Wenn die Geburtenzahlen rückläufig wären, können wir die Räume auch anderweitig nutzen“, sagte Gemeinderätin Sybille Matzner. Die Ganztagsbetreuung ab 2026 stelle die Gemeinde vor weitere Herausforderungen, da könne zusätzlicher Platz gut gebraucht werden. So sah es auch Ratskollege Stefan Suhr: „Es ist eine nachhaltige Entscheidung.“ „Wir diskutieren schon monatelang, wir müssen heute entscheiden und dann mit Vollgas ran“, forderte auch Matthias Feucht. Christian Rooks plädiert ebenfalls für den Ausbau des Untergeschosses. „Wenn ich alles zusammenfasse, bin ich für die Variante A.“ „Ich war überzeugt von der Idee des Waldkindergartens“, sagte Christian Jost, aber anhand der Information sprach er sich auch für den Ausbau aus. Holger Trefzer war vor allem froh, dass es zu einer Entscheidung kam. Er war auch für den Ausbau, „so schnell wie möglich“. „Mein Herz hat auch für den Waldkindergarten geschlagen – hat“, so Klaus Ingelfinger. Er präferierte aber auch den Ausbau.
Bei zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung (Thomas Herrmann) stimmte der Rat dem Ausbau des Untergeschosses zu, was mit Applaus honoriert wurde. „Es war Zeit, dass der Entschluss gefasst wurde“, zeigte sich der Bürgermeister zufrieden.