Klaus Gunkel erhält Landesehrennadel
Arzt engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich Evangelische Altenhilfe hat ihm viel zu verdanken Nach 45 Jahren lässt er es jetzt ruhiger angehenSt. Georgen – Beim Festakt anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen wurde Klaus Gunkel eine besondere Ehre zuteil. Er bekam für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit im sozialen und kulturellen Bereich die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Der Beifall der Gäste, der die ehrenden Worte von Bürgermeister Michael Rieger und Wolfgang Schergel als aktuellem Vorsitzenden der Evangelischen Altenhilfe untermauerte, unterstrich die Anerkennung und den Respekt für die Leistung, mit der sich Klaus Gunkel in den vergangenen mehr als 45 Jahren selbstlos und zum Wohl der St. Georgener Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Bereichen und über die Maßen hinaus engagierte.
Seine Arbeit bei der Evangelischen Altenhilfe, an deren Spitze der Geehrte von 2002 bis 2020 stand, ist dabei nur die Krönung des ehrenamtlichen Schaffens von Klaus Gunkel. „Begonnen hat alles 1978“, erinnert er sich im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Ein Jahr zuvor war er mit seiner Frau Anita gerade frisch nach St. Georgen gekommen und hat eine Arztpraxis eröffnet. Von einem Medizinerkollegen wurde er für ein Amt im Ältestenrat der Johannesgemeinde auf der Seebauernhöhe angefragt. Wenige Jahre später folgte die Arbeit im Verwaltungsrat der Diakonie.
Immer neue Aufgaben
„Ich bin in die ehrenamtliche Arbeit hineingeschubst worden“, resümiert Klaus Gunkel, der den Menschen, die ihn zu den immer neuen Aufgaben animiert haben, heute dankbar ist. Einer dieser Menschen war auch der damalige Leiter des Lorenzhauses, Joachim Wünsche, der Klaus Gunkel 1996 in den Verwaltungsrat der Evangelischen Altenhilfe geholt hat. 2002 folgte dann der Schritt an die Spitze, Gunkel übernahm den Vorsitz des Altenhilfevereins von Klaus Maier. In seine Amtszeit fielen mit der Planung und dem Bau des neuen Lorenzhauses im August-Springer-Weg und dem Elisabethhaus in der Stadtmitte wegweisende Veränderungen im Bereich der Seniorenversorgung.
Wenngleich die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich unterzeichnete Auszeichnung mit der Landesehrennadel Klaus Gunkel mit einem bescheidenen Stolz erfüllt, betont er im Gespräch mehrmals, „dass ich zwar geehrt wurde, aber sehr viele Menschen daran beteiligt waren, ohne die ich gar nicht so aktiv hätte sein können.“ Damit schließt er auch seine Frau Anita mit ein, die ihn in all den Jahren, in denen Klaus Gunkel die ehrenamtlichen Aufgaben zusätzlich zu seinem ausgefüllten Berufsleben als praktizierender Hausarzt und Internist erfüllte, unterstützt habe.
Bei der Ehrung im Rahmen des Festaktes durch Wolfgang Schergel, der den Vorsitz der Evangelischen Altenhilfe von Klaus Gunkel 2020 übernommen hatte, ebenfalls erwähnt wurde dessen Engagement im kulturellen Bereich. So war Gunkel fünf Jahre Vorsitzender des Vereins Puppen- und Theaterbühne und war bei der Jugendmusikschule aktiv. Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre initiierte das Ehepaar Gunkel zudem die „Dialoge“-Reihe, in der die Kunstinteressierten und Musikbegeisterten vielbeachtete Veranstaltungen mit Literatur und Musik organisierten.
Dass es Klaus Gunkel jetzt ruhiger angehen lässt, sieht er vor allem seinem Alter geschuldet. Im November wird er 87 Jahre und kann zufrieden auf sein berufliches und ehrenamtliches Tun zurückblicken. Wie schon erwähnt, mit etwas Stolz, aber auch ganz viel Demut: „Ich will nicht besser sein als die anderen.“
„Ich will nicht besser sein als die anderen.“
Klaus Gunkel, Geehrter
Zur Person
Klaus Gunkel wurde im Jahr 1937 in Münster/Westfalen geboren und ist in Nürnberg und Kassel aufgewachsen. Sein Medizinstudium absolvierte er in Kiel und in Gießen. 1965 machte er das Staatsexamen, danach folgte eine zweijährige Medizinalassistenz. 1967 erfolgte die Approbation. Von 1977 bis zu seinem Ruhestand 2003 führte er eine internistische Praxis.
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