Zwei Carstens, vier Hände, ein tolles Konzert
Kultur: Ehemaliger Bezirkskantor Wiedemann-Hohl und sein Nachfolger Klomp begeistern an der Orgel der Wertheimer Stiftskirche
WERTHEIM. Der Auftritt der »Wertheimer Carstens« bei der letzten Orgelmusik zur Marktzeit (OzM) am Samstag hat rund 200 Zuhörer in die Stiftskirche gelockt. Die Spielfreude des ehemaligen Bezirkskantors Carsten Wiedemann-Hohl und seines Nachfolgers Carsten Klomp stieß auf begeisterte Resonanz im sehr gut gefüllten Kirchenschiff.
Weit über 3000 Zuhörer hätten in den 27 Veranstaltungen von Ostern bis Oktober den Darbietungen der Instrumentalisten überwiegend aus dem Freundes-, Studenten- und Bekanntenkreis der beiden Akteure des Abschlusskonzerts gelauscht, berichtete Dekanin Wiebke Klomp. Sie freute sich darüber, dass die OzM mittlerweile einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt habe: »Viele Stammgäste, aber auch zufällig anwesende Touristen und Spontanbesucher treffen sich in unserer Kirche, um gemeinsam der Musik zu lauschen, sich danach zu unterhalten und eine schöne Zeit zu haben.«
»Last Night of the OzM« war das Konzert am Samstag überschrieben - und entsprechend startete es mit einem »musikalischen Erdbeben«, nämlich dem vierten Marsch der »Pomp and Circumstance« von Edward Elgar. »Beginne mit einem Erdbeben und steigere dich danach langsam«, getreu diesem Musikspruch ging es weiter mit dem Andante in F-Dur mit Variationen von Wolfgang A. Mozart, sowie einer vierhändigen Fantasie des schwedischen Spätromantikers Gustav Adolf Mankell.
Bolero zum Abschluss
Den krönenden Schluss des Konzerts bildete der Bolero von Maurice Ravel in der Orgelfassung zu vier Händen, die ebenso wie das originale Orchesterwerk wie ein »langes progressives Crescendo« erklang, wie es Ravel einmal selbst bezeichnet. Bereits zum dritten Mal spielten die beiden Akteure dieses besondere Stück, das immer wieder eine ganz besondere Anziehungskraft auf die Zuhörer ausübt.
Im nächsten Jahr, wenn Carsten Klomp allein für die Programmzusammenstellung der OzM verantwortlich sein wird, werde die Konzertreihe nicht von Ostern bis Oktober, sondern von April bis August dauern, kündigte der Bezirkskantor an. Als Grund nannte Klomp die anstehende Orgelrenovierung, die im August beginnen und mindestens bis November dauern wird. Für voraussichtliche Kosten von 213.000 Euro wird die beauftragte Firma eine lange Liste von Veränderungen ausführen. So werden unter anderem alle 3500 Pfeifen ausgebaut, aufgearbeitet und wieder eingebaut. Zudem soll die instabile Windversorgung für die Orgelpfeifen verbessert und im Schwellwerk, also dem obersten Manual, ein Register ausgebaut und durch ein kräftigeres ersetzt werden. riff
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