Offenburger Tageblatt - Schwarzwald-Zeitung, 09.10.2024

 

Gemeindehaus steht auf „rot“

In der Versammlung der evangelischen Gemeinde Gutach ging es auch um den Sachstand der Gebäude. Die Sanierung des Gemeindehauses wird nicht gefördert, die Finanzierung steht aber. VON CLAUDIA RAMSTEINER

Gutach. Ein großes Interesse zeigten die Gutacher Protestanten an ihrer Kirchengemeinde, die nach dem festlichen Gottesdienst zum Erntedankfest am Sonntag zu ihrer Gemeindeversammlung eingeladen hatte. Bei einem Büfett erstattete die Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Armbruster Bericht über das vergangene Jahr.

Sie erinnerte an die vielen „besonderen Gottesdienste“ und lobte die enge Verbundenheit der Vereine zur Kirchengemeinde. Der Ostergottesdienst und das Erntedankfest seien ohne Trachtenkapelle unvorstellbar, auch der Gesangverein „Eintracht“ bringe sich immer wieder ein, und dass die Vereine bei ihren Veranstaltungen und Jubiläen auch zu Gottesdiensten einladen, sei eine besonders schöne Tradition. Die begonnene Reihe der Orgelkonzerte, die nach der Restaurierung der Orgel ins Leben gerufen wurde, soll fortgesetzt werden: am 26. Oktober mit Hermann und Martin Wilhelmi (Orgel und Posaune).

Dass die Landeskirche künftig nur noch die Bauunterhaltung für ein Gebäude fördern will, trifft die Kirchengemeinde hart. Da Gutach eine denkmalgeschützte Kirche hat, wurde das Gemeindehaus in die Kategorie „rot“ eingestuft. Die schon lange geplante und genehmigte Sanierung des Gemeindehauses müsse somit allein gestemmt werden. An erster Stelle stehe der Gemeindesaal: Für eine bessere Akustik müsse die Decke gedämmt werden, damit wird auch eine neue Beleuchtung nötig, und die Wände müssten frisch gestrichen werden.

„Wir kämpfen“

Die Genehmigung des Oberkirchenrats stehe noch aus. „Wir kämpfen um unser Gemeindehaus und werden Beschwerde einreichen“, versprach Armbruster, denn die Maßnahme sei durch Spenden der Gemeindeglieder längst finanziert: „Wir könnten bauen, dürfen aber noch nicht!“

Bei der Kirche werde die Erhaltung auf 25 Jahre geplant: Für die Belüftung sei man bereits in der Planungsphase, am Mauerwerk seien Maßnahmen fällig, um die Kirche bautechnisch zu sichern, die Kirche sei in einem guten Zustand. Für das Pfarrhaus, das gerade eine neue Solarthermie-Anlage bekommen hat, werde in den nächsten zwei Jahren eine Bewertung stattfinden.

In der wichtigen, heißen Phase der Umgestaltung (Hintergrund) sei es wichtig, Menschen vor Ort zu haben, die „Lust darauf haben, Kirche mitzugestalten und lebendig zu erhalten“. Deshalb ermutigte Rosemarie Armbruster die Versammlung zur Kandidatur für die Kirchengemeinderatswahl am ersten Advent 2025 und dazu, auch bei einzelnen Aktionen mitzuhelfen. Die Vorsitzende dankte allen, die sich bereits jetzt einbringen. Beim letzten Mitarbeiterfest habe man immerhin 160 ehrenamtliche Mitarbeiter einladen können, bilanzierte Armbruster. Bei knapp 1000 Gemeindemitgliedern sei das ein sehr guter Prozentsatz.