Schwetzinger Zeitung, 01.10.2024

 

Gemeinsam Hand in Hand viel erreichen

Evangelische Kirchengemeinde: Neben dem Gottesdienst gibt es ein buntes und geselliges Fest für alle Generationen

Von Rita Weis

Brühl. Unter dem Motto „Hand in Hand“ lud die evangelische Kirchengemeinde Brühl zu einem Familienfest im Gemeindezentrum ein. Zuerst versammelte sich die Gemeinde zu einem festlichen Gottesdienst, den Pfarrerin Melanie Börnig hielt. Den musikalischen Rahmen gestalteten der Chor „inTakt“, der von Rebekka Ott dirigiert und auf dem Klavier begleitet wurde, sowie ein Quartett des Bläserkreises unter der Leitung von Heike Wagner.

„Hände können ganz schön viel“, sagte Pfarrerin Börnig und begrüßte mit Händewinken wie in der Gebärdensprache die Gemeinde. Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis verbunden, heiße „gut“, erklärte sie weiter. Daraufhin machte sie mit den Armen einen großen Kreis und kombinierte beide Gesten zu einem „Guten Morgen“.

Es waren viele Kinder bei diesem Gottesdienst anwesend, die diese Bewegungen gerne mitmachten. Worte, Gebete, Lieder, die mit symbolischen Gesten begleitet wurden, waren die besondere Choreographie dieses Gottesdienstes.

„Ganz nah spüre ich dich, Gott, als gingen wir Hand in Hand“, betete die Pfarrerin. „Danket, danket dem Herrn, denn er ist so freundlich“, sangen die Kinder und Erwachsenen im Kanon und gestikulierten dabei. Dann kamen Cony, die Kirchenmaus, und Löwe Leo, zwei Handpuppen, und unterhielten sich darüber, dass auch Pfoten alles Mögliche können. Manchmal aber sei es besser, wenn Dinge mit mehreren Pfoten – oder Händen – erledigt werden. So hatten die Kinder des von Bobby Opondo geleiteten Kindergartens mit Tagesstätte, die „Kleinen Strolche“, eine Geschichte geschrieben über eine kleine Rübe, die nur mit vereinten Kräften aus der Erde gezogen werden konnte.

Viele helfende Mitglieder

Hand in Hand: Bei den nachfolgenden Fürbitten waren die Gläubigen aufgefordert, die Nachbarn jeweils an der Hand zu nehmen. Das „Vaterunser“ wurde wieder mit Gesten und Bewegungen begleitet. Abschließend spendete die Pfarrerin den Segen und dankte allen helfenden Händen, die das Fest ermöglicht hatten, allen voran Kirchengemeinderätin Jeanette Huber, bei der während der Vorbereitung „alle Fäden zusammenliefen“. Von dem Kirchenwein dürfe jeder zwei Flaschen mit nach Hause nehmen, teilte Börnig noch zum Schluss mit.

Indessen drang sanft der Duft von frischen Speisen in die Nase. Mitglieder der Gemeinde hatten an der Wand des Gemeindesaals bereits Tische aufgestellt für mitgebrachte Salate. Geschwind packten viele Hände an, um den Gebetsraum in einen gemütlichen Speisesaal umzufunktionieren.

Nun waren die Erwachsenen eingeladen, den Brühler Kirchwein zu probieren und auch zu kaufen. In einem Raum konnte man Kaffee und viele unterschiedlichen selbst gebackene frische Kuchen holen. Im Nebenraum gab es Getränke. Auch vor dem Gebäude waren viele Tische aufgestellt. Da wurden leckere warme Speisen zubereitet: Chili con Carne, Kürbissuppe, Putenwürstchen mit frischem Brot, Nudelaufläufe. Der Renner war jedoch der Saumagen-Hamburger, für den die Besucher in Schlangen anstanden. Die Speisen hatten alle keine festen Preise, stattdessen freute man sich über Spenden.

Über Feuer gebacken

Die Pfadfinder der Landeskirchliche Gemeinschaft bauten eine Jurte – ein großes Versammlungszelt – auf, unter deren Dach Stockbrot am offenen Feuer gebacken wurde – ein Heidenspaß für die Kids. Oberaufseher war Jörg Voigt, der darauf hinwies, dass sich die „Brühler Falken“, wie sich der örtliche Stamm nennt, regelmäßig alle vier Wochen treffen, wofür es sogar ein eigenes Gelände in der Anton-Langlotz-Straße gebe.

A propos: Kinder und Jugendliche. Auch diese hatten viele Ideen für das Gemeindefest eingebracht und Spielstände auf dem Hof aufgebaut. Dort konnte man mit einer Wasserpistole bunte Plastikbehälter abschießen, seine Geschicklichkeit am heißen Draht testen, der piepste, wenn man ihn mit einem Metallhaken berührte. Geschicklichkeit war auch gefragt bei einem großen Labyrinth, das man zu zweit so bedienen musste, dass die Kugel in keine Löcher fiel. Man konnte Schreib- und Malspiele machen und nach vorgegebenen Regeln Hüpfen und Balancieren. Das alles war möglich, weil viele Hände, helfende Hände zusammen zupackten.

Für die Erwachsenen gab es zudem noch Beratungen zu Umweltproblemen und zum Energiesparen. Wer nähere Fragen habe, könne sich bei der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ jeweils am ersten Freitag des Monats in der Festhalle Brühl beraten lassen. Das Familienfest war den ganzen Tag über sehr gut besucht, und zum Schluss war auch fast alles aufgegessen, wie die Organisatoren befriedigt feststellten. Glücklich war man darüber, dass Petrus mitgespielte und für gutes Wetter gesorgt hatte.